Verein SG Dabrun
Tischtennis-Nachwuchsmannschaft
 
 
Verschworene Gemeinschaft startet das Projekt Zukunft
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 13. April 2010
 
Auf ihre neue Tischtennis-Nachwuchsgruppe sind die Dabruner stolz wie die Spanier. Vereinsvorsitzender Peter Mayer bewertete die Arbeit des Trainerquartetts als "hervorragend" und verwies gleichzeitig darauf, dass es der SG nach langer Durststrecke endlich wieder gelungen sei, den Kindern im ländlichen Bereich ein "interessantes Sportangebot" zu unterbreiten. Chefcoach Arnim Klauck, der die zehn Jungs zusammen mit Horst Hübner, Torsten Höpper und Karl-Heinz Ehrhart betreut, ergänzte schmunzelnd, dass man bei der Realisierung des Projekts alle Beziehungen habe spielen lassen. Oliver Hinken, der für den TTC 48 Prettin in der Verbandsliga auf Punktejagd geht und wie Klauck gebürtiger Wartenburger ist, empfehle als Sportlehrer und Leiter der Tischtennis-AG in Kemberg dem Verein die talentiertesten Ballkünstler. Die Dabruner ihrerseits nutzen diese Talentförderung zum Aufbau eines Nachwuchs-Teams und planen, die Besten für den Männerbereich fit zu machen. "Tischtennis ist eine längerfristige Geschichte. Erfolge sind erst nach drei, vier Jahren sichtbar", meinte Klauck und wagte gleichzeitig einen Blick in die Zukunft. "Wenn eine Hand voll Kinder später im Verein bleibt, wäre dies für uns schon eine tolle Sache."
 
Im ersten halben Jahr nach der Gründung (Herbst 2009) ging es bergauf. In der schicken Sporthalle stehen fünf Platten zur Verfügung, die Trainer lassen ihren Schützlingen genügend Freiräume, den im Teenageralter noch vorhandenen Spieltrieb auszuleben. "Nach der Theorie und der technischen Ausbildung darf jeder Junge die letzte halbe Trainingsstunde individuell gestalten", betonte Klauck locker. Vereinsboss Mayer setzte seinerseits alle Hebel in Bewegung, die Kinder an die SG zu binden. Eine Grundausrüstung werde selbstverständlich zur Verfügung gestellt, Gaststätten-Chefin Bärbel Töpfer vom "Dabruner Weinberg" stattete die Ballkünstler mit neuen Trainingsanzügen aus. Und die Gegenleistung? "Ein Bier gehe ich dort nicht jeden Tag trinken. Doch unsere Vereinsfeiern finden im Weinberg statt", meinte Mayer mit einem Lächeln auf den Lippen.
 
Der 13-jährige Daniel Carius aus Lammsdorf hat lange zwischen Fußball und Tischtennis geschwankt. Irgendwann habe ihm die Jagd nach dem runden Leder "keinen Spaß mehr" gemacht, das flottere Spiel mit dem Schläger sei aus seiner Sicht "einfach attraktiver". "Es ist ein schöner Sport. Man muss viel schneller reagieren. Meine Stärke ist der Unterschnitt mit der Rückhand."
 
Teamkollege Valentin Gramm aus Pretzsch fährt weiter zweigleisig. Fußball bei der örtlichen SG Grün-Weiß halte ihn "toll in Bewegung", die Jagd nach dem kleineren Ball verlange mehr Reaktionsvermögen. "Ich werde auch in Zukunft weiter beide Sportarten betreiben. Beim Tischtennis ist die Verletzungsgefahr geringer." Das Einmaleins an der Platte bekommt der Elfjährige von Vater und Coach Torsten Höpper beigebracht. "Der haut mir manchmal richtig den Ball um die Ohren. Besser so, als irgendein Halligalli-Training."
 
Klauck und seine Übungsleiter-Crew wissen genau, dass der Erfolg viele Väter hat. Neben Vorstand und Sponsoren ziehen auch die Eltern richtig mit, denn die Kinder kommen immerhin aus sechs Dörfern. "Es müssen alle an einem Strang ziehen. Sonst wird nichts."